Monatsarchiv: August 2012

Home Sweet Home

Seit gestern lebe ich nun in meinen eigenen vier Wänden. Es sind drei Räume: Schlafzimmer, Küche und Bad. Die Räume sind jedoch nicht mit einander verbunden, sondern ich muss immer über die Dachterasse laufen, um in ein anderes Zimmer zu gelangen. Der Ausblick vom Dach ist dafür umso schöner;) Leider wohnen im gleichen Haus keine weiteren Freiwilligen mehr und es werden auch keine kommen. Lediglich unter mir wohnt eine länderspezifisch gemischte Familie, Vater Franzose, Mutter und Sohn Costa Ricaner, die ich soeben kennengelernt habe. Sie scheinen sehr sympathisch zu sein und mit dem Vater hab ich gerade, zum ersten Mal nach Monaten wieder, französisch gesprochen. Ich sag euch, das verwirrt total 😀 Aber ich möchte Französisch nicht verlernen und deswegen ist das glaube ich eine ganz gute Übung;) Dennoch habe ich auch schon andere Freiwillige kennengelernt. Im Haus nebenan ist der Sitz eines Straßenkinderprojekts namens Manthoc. Dort wohnen unter anderem auch zwei deutsche weltwärts-Freiwillige, mit denen ich mich schon angefreundet habe.

Bueno, ein paar Bilder meines neuen Heims:

Schlafzimmer links, Küche rechts

Bad

Aufgang aus dem Innenhof

Schlafzimmer

Küche

Küche

Panorama vom Dach

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Überwältigt!

So, geschafft, ich bin endlich letzten Mittwoch in Cajamarca angekommen! Nach der 16-stündigen Busreise, auf der ich jedoch ausschließlich geschlafen habe, kam ich Mittwoch morgens erstmal bei Alsina, der Schulleiterin, unter. Um ein wenig auszuruhen nahm mich Marco, der Sohn Alsinas, mit ins Thermalbad Banos del Inca. Dieses war für mich ungewohnt, denn jeder kriegt seine eigene Badewanne in einem extra Raum, in der er nackt badet. Sehr entspannend nach so einer Reise;) Ausgeruht habe ich dann nachmittags mit Alsina zum ersten Mal die Schule besichtigt.

Ich bin einfach nur überwältigt wie die Errichtung dieser Gebäude durch Hilfe von verschiedensten Hilfsorganisationen (allen voran El Pueblo Unido e. V.),  im Laufe von 17 Jahren, ermöglicht worden ist. Obwohl es schon Nachmittag war und nur noch wenige Schüler in den Handarbeitsklassen waren, empfingen mich die anwesenden 30 Schüler mit solchem Respekt und Freude über mein Kommen, dass ich einfach nur überwältigt war. So etwas habe ich in meinem kompletten Schulleben in Deutschland nicht einmal erlebt! Ab sofort bin ich Profesor Simón;) Getoppt wurde das nur noch vom Empfang am nächsten Morgen. Die Schüler versammeln sich jeden Morgen im Hof um gemeinsam zu beten, zu singen und einzelne Schüler (sogar Kindergartenkinder im Alter von 4 Jahren) verkünden vor der gesamten Schule Neuigkeiten und tragen Gedichte vor. Als ich mich schließlich der kompletten Schule vorgestellt hatte, kamen gefühlt alle Schüler zu mir um mich zu umarmen und mir Küsse zu geben (in Peru ist es normal, dass sich Mann und Frau mit einem Kuss auf die Wange begrüßen). Das sind an die 250!

Soweit so gut, ich besuche zurzeit an jedem Tag eine andere Klassenstufe um mal einen Einblick in den Schulalltag zu bekommen.  Bis jetzt war ich im Kindergarten bei den 3- und bei den 4-jährigen Kindern. Es wird zusammen gefrühstückt, zusammen Mittag gegessen sowie zusammen Zähne geputzt. Sauberkeit und gute gesunde Ernährung, für die  auch manchmal unterernährten Kinder, wird in der Schule groß geschrieben. Alle Kinder kommen aus Familien, die zu arm sind ihre Kinder auf eine staatliche Schule zu schicken, doch von dieser armen Herkunft merkt man in der Schule so gut wie nichts. Mit ihren selbstgestrickten Schuluniformen und ihrem selbstbewussten Auftreten könnte man meinen die Kinder kommen aus keinem armen Umfeld. Dieses Selbstbewusstsein bringen ihnen die Lehrer, von Beginn ihrer Schulzeit an, bei. Die Nachricht an die Kinder lautet: Nur weil du arm bist heißt das noch lange nicht, dass du den Kopf vor reicheren Leuten senken musst!

Trotz meiner Absicht anfangs mal nur zu beobachten hatte ich gestern schon meinen ersten Unterricht. Ein Lehrer war ausgefallen und die Kinder baten mich inständig ihnen in den Holstunden Englisch beizubringen, was ich dann auch spontanerweise tat. Es war echt interessant für mich und ich freue mich ab sofort jeden Freitag in der 6. Klasse Englisch (und vielleicht auch Deutsch) zu unterrichten. Ebenfalls habe ich in der großen Pause mit den Kinder Schwungtuchspiele gespielt, von denen sie manche noch nicht kannten und sich rießig freuten. Mit den Lehrern verstehe ich mich auch gut und ich werde schauen mit wecher Klasse ich mehr Zeit verbringen werde.

Das Thema Wassermangel berührt mich schon jetzt. In den letzten Tagen gab es nur in den Morgenstunden (6-7Uhr) fließendes Wasser. Im Haus Alsinas, als auch in der Schule!! (In manchen Stadtteilen gibt es mehr oder weniger Wasser) Man stell sich mal eine Schule ohne fließendes Wasser vor. Alles Wasser musste morgens in Tanks gesammelt werden um es tagsüber zu verwenden. Die Ursache des Wassermangels sind verschmutzte Trinkwasservorräte, verursacht durch die nahegelegene gigantische Gold- und Kupfermine Yanacocha. Diese Goldmine möchte sich aktuell erweitern durch ein neues Minenprojekt. Dieses Projekt geht mit der Trockenlegung von vier weiteren Trinkwasserlagunen einher. Es hat zwar an die 10 Lagunen in der Region Cajamarca, aber wenn diese 4 Lagunen autrocknen, werden die restlichen ebenfalls austrocknen, da sie unterirdisch verbunden sind und ihr Wasser von den genannten 4 Lagunen speisen. Daher demonstrierte die Bevölkerung Cajamarcas friedlich in den letzten Monaten gegen dieses Projekt. Die Antwort der Regierung: Notstand in Cajamarca! Niemand darf sich mehr versammeln. Bisher gab es bei weiteren Demonstrationen vier Tote durch Polizeigewalt. Der Zustand dauert an. Im Moment traut sich niemand mehr zu demonstrieren. Das Projekt wird höchstwahrscheinlich umgesetzt. Jeder kann sich nun darüber seine eigene Meinung bilden!

Soweit so gut. Ab Montag werde ich in meine eigene Wohnung einziehen, mit Schafzimmer, Küche und Bad. Hab sie heute schon besichtigt und freue mich schon. Bis jetzt wurde ich von der Familie Alsinas herzlichst umsorgt und ich bin gespannt auf mein neues Junggesellendasein. Ebenfalls freue ich mich schon darauf die Kinder am Montag wiederzusehen, sie sind wirklich herzlich und freuen sich bis jetzt immer wie Schmitts Katze wenn ich aufkreuze;)

Um das ganze ein wenig zu illustrieren hier ein paar Fotos( von der Schule habe ich noch keine Fotos gemacht, da ich jetzt am Anfang nicht gleich mit der Kamera antanzen will und eine Beziehung zu den Kindern aufbauen will):

Alsina und ich, noch in Lima

Mein Zimmer bei Alsina

Ausblick vom Balkon

Plaza de Armas (Zentrum)

Cajamarca

Cajamarca

Karina, eine Enkelin Alsinas, und ich über den Dächern Cajamarcas

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Bienvenido a Perú!

Seit zwei Tagen bin ich nun schon in Lima der Hauptstadt Perus. Ich bin gut angekommen und mit den Flügen hat fast alles geklappt ( Verspätung von 6 Stunden in Sao Paulo, Brasilien). Während meiner Reise habe ich schöne Bekanntschaften gemacht, mit einem brasilianischen Ehepaar, einer deutschen Familie, 4 deutschen Freiwilligen und zwei  deutschen Auslandsstudenten. Schließlich, erschöpft von der langen Reise,wurde ich sehr herzlich von der Familie Teresas (eine Tochter der Schulleiterin Alsina) empfangen.  Nun bleibe ich voraussichtlich bis Dienstag hier in Lima bei Teresa, da ich noch mein Jahresvisum beantragen muss. Soweit alles klappt werde ich dann mit dem Reisebus in das 600 km nördlich von Lima gelegene Cajamarca reisen (15 Stunden Fahrtzeit), wo ich für ein Jahr leben und arbeiten werde. Das Spanisch fällt mir nicht sehr schwer, aber natürlich wird es noch eine Weile benötigen, bis ich die Einheimischen ohne Probleme verstehen werde. Die Familie war so nett und zeigte mir Lima bei Nacht, ein Museum über die Geschichte Perus, einen Park mit unzähligen Springbrunnen, den Zoo Limas und den leckeren Geschmack von Pisco Sour. Ebenfalls fährt man hier, wenn man kein Auto hat, fast ausschließlich Taxi. Die Fahrweise der Bewohner Limas würde ich als anarchisch beschreiben. Soweit so gut, dies sind die ersten Neuigkeiten aus Peru, ich fühle mich sehr wohl hier und freue mich auf Cajamarca!

Saludos

Algunos impresiónes:

 

Abflug Frankfurt TAM

Meine netten brasilianischen Sitznachbarn Marcio und Josana

 

 

 

 

 

 

 

Blick auf die Anden

Endlich ein Bett!

 

 

 

 

 

 

 

Teresas Haus

Blick vom Dach des Hauses

 

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Aufbruch und Abschied

Es ist soweit, mein letzter kompletter Tag in Deutschland ist am Ablaufen. Die Zeit verstreicht.

Packen, Abschied, Trauer, Vorfreude. Um auch noch die letzten Stunden hier zuhause zu genießen ist dieser Artikel kurz gehalten. Weiteres Berichte ich nach meiner Ankunft in Lima. Der Flug geht am 9.8. um 22.05 Uhr ab Frankfurt über Sao Paolo nach Lima. Meine Handykarte lasse ich in Deutschland zurück. Die große Reise geht los!

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